Erstausstellung einer Geburtsurkunde/Anzeige der Geburt

Allgemeine Informationen

Die Geburt Ihres Neugeborenen muss dem zuständigen Standesamt binnen einer Woche angezeigt werden. Sie bekommen dann vom Standesamt die erste Geburtsurkunde für Ihr Kind ausgestellt. Die Geburtsurkunde wird Ihr Kind in vielen unterschiedlichen Lebenssituationen als Nachweis benötigen. Auch brauchen Sie sie zur Anmeldung des Wohnsitzes Ihres Neugeborenen.  

TIPP

In einigen Krankenhäusern ist der zur Anmeldung des Wohnsitzes erforderliche Meldezettel direkt in der Aufnahmestation erhältlich und kann der Anzeige der Geburt beigefügt werden. Erkundigen Sie sich in Ihrem Krankenhaus, beim zuständigen Standesamt oder bei der zuständigen Meldebehörde, wenn das Kind nicht in Wien auf die Welt gekommen sein sollte.

In der Geburtsurkunde werden der Name, das Geschlecht, der Geburtszeitpunkt sowie der Geburtsort Ihres Kindes festgehalten. Wenn Sie sich nicht gleich nach der Geburt für den Vornamen des Kindes entscheiden können, müssen Sie längstens innerhalb eines Monats beim Standesamt vorsprechen und dort den Vornamen beurkunden lassen.

Zur Wahl bzw. Erklärung des Vornamens oder der Vornamen für ein Neugeborenes sind bei ehelicher Geburt die Eltern, bei unehelicher Geburt in der Regel die Mutter berechtigt. Dabei ist schriftlich zu erklären, welcher Vorname oder welche Vornamen dem Kind gegeben wurde/wurden. Bezeichnungen, die nicht als Vornamen gebräuchlich sind oder dem Wohl des Kindes abträglich sind, dürfen nicht eingetragen werden. Auch muss zumindest der erste Vorname des Kindes dem Geschlecht entsprechen. Wenn es sich um exotische Vornamen handeln sollte, rufen Sie beim Standesamt an.

Ob ein Kind ehelich oder unehelich geboren ist, hängt vom Zeitpunkt der Geburt ab. Wenn beispielsweise am Tag der Geburt noch vor der Geburt geheiratet wurde, ist das Kind ehelich geboren. Ist die Mutter verheiratet, wird grundsätzlich angenommen, dass der Ehemann auch der Vater ist, und er wird in die Geburtsurkunde eingetragen.

Bei einem unehelich geborenen Kind bzw. wenn die Abstammungsverhältnisse unklar sind (z.B. der Ehemann ist nicht der Vater), kann der leibliche Vater allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen in der Geburtsurkunde angegeben werden:

  • wenn er ein qualifiziertes Vaterschaftanerkenntnis mit Zustimmung des Jugendamtes, wo sich der Hauptwohnsitz befindet, abgibt (diese Art des Vaterschaftsanerkenntnisses ist nur für Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft möglich) oder
  • sie durch ein rechtskräftiges Gerichtsurteil festgestellt wurde.

Personen, die in Wien ihren Hauptwohnsitz haben und dort eine Geburt anzeigen, können gleichzeitig beim Standesamt den Staatsbürgerschaftsnachweis für das Kind beantragen. In diesem Fall sind die entsprechenden Dokumente mitzubringen.

Fristen

Die Anzeige der Geburt hat innerhalb einer Woche zu erfolgen.

Zuständige Stelle

Die Personenstandsbehörde, die für den Geburtsort (z.B. Standort des Spitals) des Kindes örtlich zuständig ist:

Verfahrensablauf

Die Geburt Ihres Babys muss beim Standesamt angezeigt werden. Die Anzeige haben folgende Personen der Reihenfolge nach vorzunehmen:

  • Die Leiterin/der Leiter der Krankenanstalt, in der das Kind geboren wurde
  • Die Ärztin/der Arzt bzw. die Hebamme, die bei der Geburt anwesend waren
  • Der Vater oder die Mutter des Kindes, wenn sie dazu imstande sind
  • Die Behörde oder die Dienststelle der Polizei, die Ermittlungen über die Geburt durchführt
  • Sonstige Personen, die von der Geburt aufgrund eigener Wahrnehmung Kenntnis haben

Haben Sie in einer Krankenanstalt entbunden, wird die Anzeige der Geburt in der Regel automatisch durchgeführt. Die zur Ausstellung der ersten Geburtsurkunde erforderlichen Unterlagen müssen Sie dem Standesamt vorlegen.

Zwischen einigen Standesämtern und Krankenhäusern bestehen Kooperationen, sodass die betreffenden Krankenhäuser die zur Ausstellung der ersten Geburtsurkunde erforderlichen Unterlagen gemeinsam mit dem Formular "Anzeige der Geburt" dem Standesamt übermitteln. Erkundigen Sie sich bitte in Ihrem Krankenhaus oder beim zuständigen Standesamt.

Bei einer Hausgeburt füllt die Ärztin/der Arzt oder die Hebamme das Formular "Anzeige der Geburt" aus, welches dann dem zuständigen Standesamt gebracht werden muss. Dies ist jenes Standesamt, in dessen Sprengel das Kind geboren worden ist.

Nach der Anzeige der Geburt wird Ihnen vom Standesamt die Geburtsurkunde, ein Meldezettel und wenn das Kind die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt und der Hauptwohnsitz Wien ist, ein Staatsbürgerschaftsnachweis ausgestellt. Befindet sich der Wohnsitz außerhalb Wiens, ist die jeweilige Gemeinde zuständig.

Manche Standesämter bringen Ihnen die Geburtsurkunde Ihres Kindes auch gegen einen geringen Aufpreis oder sogar kostenlos ins Krankenhaus. Erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem zuständigen Standesamt. In Wien erfolgt dieser Service nur bei Spitälern mit Baby Point.

Erforderliche Unterlagen

Wenn Sie verheiratet sind, müssen Sie folgende Unterlagen vorlegen:

  • Geburtsurkunden der Eltern des Kindes
  • Heiratsurkunde der Eltern des Kindes
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit der Eltern des Kindes:
  • Bestätigung der Meldung der Eltern des Kindes
  • Eventuell Nachweis akademischer Grade der Eltern des Kindes
  • Erklärung über die Vornamensgebung (wenn Sie sich schon für einen Vornamen entschieden haben)
  • Eventuell Nachweis über die Vaterschaftsanerkennung
  • Formular "Anzeige der Geburt", wenn die Geburt nicht von der Leiterin/vom Leiter einer Krankenanstalt angezeigt wurde
HINWEIS
Auf Wunsch kann die Vorlage der Bestätigung der Meldung durch Abfrage der Behörde im Zentralen Melderegister (ZMR) ersetzt werden.

Wenn Sie als Mutter ledig, geschieden oder verwitwet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, müssen Sie folgende Unterlagen vorlegen:

  • Geburtsurkunde der Mutter des Kindes
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit der Mutter des Kindes:
  • Bestätigung der Meldung der Mutter des Kindes
  • Eventuell Scheidungsurteil oder -beschluss mit Bestätigung der Rechtskraft der geschiedenen Ehe (diese erhalten Sie beim Scheidungsgericht) bzw. Heiratsurkunde der letzten Ehe und Sterbeurkunde des Ehegatten
  • Eventuell Partnerschaftsurkunde
  • Eventuell Nachweis akademischer Grade der Mutter des Kindes
  • Erklärung über die Vornamensgebung (wenn Sie sich schon für einen Vornamen entschieden haben)
  • Eventuell Nachweis über die Vaterschaftsanerkennung
  • Formular "Anzeige der Geburt", wenn die Geburt nicht von der Leiterin/vom Leiter einer Krankenanstalt angezeigt wurde
  • Eventuell Bescheid über Namensänderung
  • Spezielle Vollmacht vom Spital verlangen, um den außerehelichen Vater oder eine andere Person zu bevollmächtigen, die Beurkundung durchführen zu lassen

Fremdsprachige Urkunden müssen im Original gemeinsam mit in Österreich beglaubigter Übersetzung vorgelegt werden.

HINWEIS

Ob beglaubigte Übersetzungen aus anderen Staaten anerkannt werden, richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensvorschriften. Zur Anerkennung der Dokumente kann beispielsweise eine Apostille erforderlich sein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten, oder rufen Sie beim zuständigen Standesamt an. 

Muss eine fremdsprachige Urkunde im Original gemeinsam mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden, darf die Übersetzung in der Regel nur von allgemein beeideten gerichtlichen Dolmetscherinnen/Dolmetschern oder Übersetzerinnen/Übersetzern vorgenommen werden. Eine Liste der in Österreich beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetscher finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Justiz. In diese Liste können sich auch Dolmetscherinnen/Dolmetscher aus anderen EU-/EWR-Mitgliedstaaten eintragen lassen.

Kosten

  • Anzeige der Geburt: gebührenfrei
  • Ausstellung einer Geburtsurkunde: gebührenfrei
  • Ausstellung des ersten Staatsbürgerschaftsnachweises: gebührenfrei
HINWEIS
Für die Beantragung und Ausstellung einer Geburtsurkunde, die unmittelbar durch die Geburt eines Kindes veranlasst sind, fallen, sofern sie innerhalb von zwei Jahren ab Geburt des Kindes ausgestellt wird, keine Gebühren an (gilt daher nicht bei Ausstellung einer weiteren Geburtsurkunde nach Verlust oder Diebstahl). Bei Zusendung der Geburtsurkunde entstehen in der Regel Kosten. Erkundigen Sie sich bitte beim zuständigen Standesamt.

Zusätzliche Informationen

Falls Sie eine weitere Geburtsurkunde benötigen (z.B. Duplikat bei Verlust oder Diebstahl, mehrsprachige Geburtsurkunde), können Sie einen Antrag auf Ausstellung einer Geburtsurkunde/internationalen Geburtsurkunde stellen.

Das Recht auf Ausstellung einer Geburtsurkunde haben:

  • Personen, auf die sich die Eintragung bezieht, sowie sonstige Personen, deren Personenstand durch die Eintragung berührt wird
  • Personen, die ein rechtliches Interesse daran glaubhaft machen, soweit kein überwiegendes schutzwürdiges Interesse der Personen, auf die sich die Eintragung bezieht, entgegensteht
  • Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts im Rahmen der Vollziehung der Gesetze
  • Personen, die von der Inhaberin/dem Inhaber der Geburtsurkunde oder anderen Urkunden eine Vollmacht für diesen Zweck im Original vorweisen können

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Inneres
Transparente Grafik zwecks Webanalyse

Quelle: HELP.gv.at

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